Historie: Chronik des Männergesangvereins "Liederkranz Ermreuth"

Der Gesangverein "Liederkranz" Ermreuth wurde im Jahre 1864 von Kantor Backof, Pfarrer Benker, Schneidermeister Johann Georg Heid und mehreren sangesfreudigen Männern gegründet.

 

Als Sängerspruch wählte man:

"Rein im Sange, treu im Wort. Fest im Einklang immerfort."

... ein Sängerspruch, der auch heute noch seine Gültigkeit besitzt.

Vereinslokal war die damalige Brauerei und Gasthaus Barthelmess*. Die Kriege 1866 und 1870/71 hemmten jedoch die Entfaltung des Vereinslebens. Dies begann erst nach diesen Kriegen. Treu dem Sangesspruch pflegte man in vorbildlicher Weise das Deutsche Liedgut. Von 1848 bis 1905 leitete den Verein Herr Kantor Löhr. 1905 übernahm Herr Kantor Stumpf die Leitung. 1. Vorstand war Herr Leonhard Müller. Unter seiner Führung gelangte der Verein zu seiner vollen Blüte.

Am 25. Mai 1914, überschattet von den drohenden Wolken des 1. Weltkrieges, feierte man mit einer großen Anzahl von Vereinen das 50-jährige Bestehen des Liederkranzes. Der festlich geschmückte Ort wurde am Festkommersabend von einen schweren Unwetter heimgesucht. Dennoch konnte der Festzug am Sonntag abgehalten werden. Als Festplatz diente das gemeindliche Grundstück "Gehern" unter der Prinz-Luitpold Linde*. Der Krieg 1914/1918 brachte das Vereinsleben fast zum Erliegen. Sieben aktive Sänger fielen im Krieg. Der kleine Rest von Mitgliedern, der nach dem Zusammenbruch 1918 das Glück hatte, wieder in die Heimat zurückzukehren, hielt dem Verein die Treue. Man scheute weder Mühe noch Zeit, den Verein wieder zu aktivieren. Als im Jahre 1923 das Gasthaus Barthelmess den Betrieb einstellte, wurde das Gasthaus Johann Ossmann* Vereinslokal. Dank der Aufgeschlossenheit der Mitglieder mit dem 1. Vorstand Matthäus Wölfel, des Engagements des damaligen Dirigenten Hauptlehrer Stumpf, der sich neben seiner 14-jährigen Chorleitertätigkeit besonders dadurch verdient gemacht hat, dass er dem Verein kostenlos ein Klavier und Notenbücher verschaffte, konnte im Jahr 1927 wieder ein Vereinsbild enthüllt werden. Die Kosten dafür beliefen sich auf 348.- Reichsmark, aufgebracht von 32 aktiven, 12 passiven, 3 Ehrenmitglieder und etlichen Spendern.

1939, nach 12 Jahren friedlicher Aufbauarbeit und Wertschätzung im gesellschaftlichen Leben, sollte unter 1. Vorstand Matthäus Wölfel (Vorstand seit 1922) das 75-jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden. Vorgesehen war der 10. Oktober, genau der Tag der Vereinsgründung im Jahre 1864.
Wieder stand ein Krieg bevor. Aus diesem Grund sollte dieses Fest in einem bescheidenen Rahmen abgehalten werden. Außer dem Patenverein MGV Gräfenberg wurden nur noch die Vereine Sängerbund Ermreuth, MGV Dachstadt, MGV Walkersbrunn und Liederkranz Pommer eingeladen.
Statt Freude über dieses Jubiläum kam Sorge und Trauer auf. Einige Vereinsmitglieder mussten den Festanzug mit dem Waffenrock tauschen.
Von den 45 aktiven Sängern wurden 30 in den Kriegsdienst einberufen. Während der schweren Kriegsjahre schloss man sich anerkennenswerte Weise mit dem Bruderverein "Sängerbund Ermreuth" zusammen.

Vorstand Matthäus Wölfel verstarb 1942. Im Jahre 1944 verstarb das letzte Gründungsmitglied Georg Heid im Alter von 98 Jahren.

Auf Weisung des Landratsamtes nahm 1947 der Verein seine Tätigkeit wieder auf. Neue Kräfte stießen hinzu und angespornt von den alten Sängern brachte man das Vereinsleben wieder zu voller Entfaltung. In einer außerordentlichen Vollversammlung am 2. Januar 1947 wurde die erste Vorstandschaft nach dem Krieg wie folgt gewählt:

1. Vorstand Georg Wölfel
2. Vorstand Georg Mösel
Kassier und Schriftführer Fritz Siebenhaar
Dirigent Hans Guttenberger

Bis Jahresende 1948 zählte der Verein wieder 29 aktive Sänger. So konnte die Gemeinschaft mit dem Sängerbund wieder aufgelöst werden. Als Nachfolger des Dirigenten Hans Guttenberger wurde Herr Lehrer Kohl aus Pommer bestellt.

Am 19.Oktober 1951 wurde der Besitzer unserer Vereinsherberge, Georg Ossmann, erster Vorstand. Bereits am 29. Oktober 1953 wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Als Tag der Fahnenweihe wurde der 16. Mai 1954 bestimmt, der dann auch in festlicher Weise begangen wurde. 23 Gastvereine waren der Einladung gefolgt. Die musikalische Ausgestaltung hatte die Bundesbahnkapelle mit dem bekannten Kapellmeister Fritz Straßner übernommen.

Die Bundesbahnkapelle vor unseren Vereinslokal  Totenehrung am Ehrenmal  Einzug der Fahne in die Kirche

Die neue Fahne brachte dann nochmals Aufwind in das Vereinsleben. Unter dem Chorleiter Oberlehrer Kohl waren die Übungsstunden stets voll besucht. Neue Vereinsmitglieder konnten aufgenommen werden.

Einen harten Schlag musste der Verein in den ersten Tagen des Jahres 1964 hinnehmen. Ein hartnäckiges Kriegsleiden entriss ihm den Vorstand G. Oßmann In einer außerordentlichen Versammlung wurde Rudolf Wanitschka zum 1. Vorstand gewählt.

Sein 100-jähriges Stiftungsfest verbunden mit dem GruppenSängerfest feierte unser Verein am 24. Mai 1964. Die Schirmherrschaft hatte MdL und Bürgermeister Dipl.-Ing. Georg Hemmerlein übernommen. Neben den Schirmherren konnte der 1. Vorstand Wanitschka, Landrat Otto Ammon, Bürgermeister Johann Müller, Herrn Pfarrer Schuster, den Sängerkreisvorsitzenden Valentin Zink und Gruppenvorsitzenden Karl Kaul begrüßen. 32 Gesangvereine aus dem gesamten Umland nahmen am Festzug teil.

Gruppenbild mit Ehrendame, aufgenommen vor dem Vereinslokal  Schirmherr Dipl.-Ing. Georg Hemmerlein  Fahnenträger v.l.n.r. Georg Rackelmann , Erwin Wölfel, Georg Back

Am 24. März 1968 konnte in einer eindrucksvollen Feierstunde, im Kursaal in Bad Wörishofen, der 1. Vorstand R. Wanitschka aus der Hand des Staatssekretärs des Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus Erwin Lauerbach, die Zelterplakette entgegennehmen. Dies ist die höchste Auszeichnung, die ein Gesangverein je erhalten kann. Bei der Verleihung nahmen alle Vereinsmitglieder, Herr Pfarrer Schuster und einige Gemeinderäte teil.

Verleihung der Zelterplakette 

1969 beschloss man zusammen mit dem Patenverein Sängerbund, Herrn Christian Zenker das Amt des Dirigenten anzutragen. Außerdem wurde von beiden Vereinen gemeinsam eine Elektroorgel angeschafft.

In einer außerordentlichen Sitzung wurde am 9. Februar 1970 der Beschluss gefasst, ein zweites Vereinsbild zu erstellen. Die Firma Blankmeister aus Nürnberg wurde mit der Ausgestaltung beauftragt. Tag der Vereinsbildenthüllung war der 14. Oktober 1970. Der 1. Vorsitzende Rudolf Wanitschka konnte eine stattliche Anzahl von Mitgliedern, den Patenverein Sängerbund, den Kreisvorsitzenden Alfred Rödel und Abordnungen benachbarter Vereine begrüßen.

Am 27. und 28. Juni 1974 feierte der Gesangverein "Liederkranz" das 110-jährige Bestehen. An ein großes Fest war nicht gedacht. So fand nur in bescheidenem Rahmen am Samstag ein Fackelzug mit Totenehrung am Kriegerdenkmal statt. Anschließend traf man sich zur Mitgliederehrung und zum gemütlichen Beisammensein im Saale Oßmann/Nordhart. Am Sonntag war der Festgottesdienst mit Herrn Pfarrer Drechsler. Der anschließende Frühschoppen wurde musikalisch vom Posaunenchor Ermreuth umrahmt und am Nachmittag fand ein Platzsingen der Gastvereine auf dem Marktplatz statt.

In einer Mitgliederversammlung am 16. Januar 1975 bat der 1. Vorstand Rudolf Wanitschka die Mitglieder, ihm nach 11-jähriger Tätigkeit von seinem Amt zu entbinden. Die neue Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorstand Hans Thummet
2. Vorstand Martin Igel
Kassier und Schriftführer Gerhard Thummet
Dirigent Rudolf Wanitschka

Da Herr Christian Zenker ab Herbst 1975 aus beruflichen Gründen nicht mehr als Chorleiter zur Verfügung stand, hatte Lehrer Schuster aus Neunkirchen für 2 Jahre die Dirigentschaft übernommen. 1977 ging das Gasthaus Oßmann in den Besitz der Familie Reiser über, doch blieb es nach wie vor das Vereinslokal. Von 1977 bis 1983 übte Herr Zenker wieder das Dirigentenamt aus. In einer Jahreshauptversammlung am 9. Januar 1982 gab der Vorstand an Hans Potzner ab. Das 120- jährige Vereinsjubiläum konnte am 1. Juni 1984 unter Vorsitz von Hans Thummet und Schirmherrn, 1. Bürgermeister Derfuß gefeiert werden. Dirigent war Herr Schmidt aus Unterrüsselbach. Als Gastvereine waren eingeladen:
Der Patenverein Sängerbund Ermreuth, MGV Rüsselbach, MGV Igensdorf, Gesangverein Cäcilia Neunkirchen, Gesangverein Großenbuch, MGV Walkersbrunn und der Sängerbund Dachstadt. Die Festlichkeiten fanden im Feuerwehrhaus Ermreuth statt.

Zur Mitte des Jahres 1987 legte Chorleiter Schmidt aus Rüsselbach das Amt als Dirigent nieder. Die Vorstände beider Ermreuther Gesangvereine übertrugen Herrn Christian Zenker erneut die Leitung des Chors.

Sommer 1988: Das 125-jährige Vereinsjubiläum stand an! In einer Vorstandssitzung kam man zu der Meinung, dass für die vorzubereitenden Angelegenheiten und das Anwachsen der Mitgliederzahl größere Lokalitäten erforderlich seien. Auch gab es zu dieser Zeit Unstimmigkeiten mit unseren Vereinswirten. Nach Vorgesprächen mit Jürgen Oßmann wurde durch die Vorstandschaft das Gasthaus Oßmann als künftige Vereinsherberge vorgeschlagen. Mehrheitlich wurde der Vorschlag angenommen.

Dem Wandel von fünf Generationen hat sich auch der Gesangverein Liederkranz nicht verschlossen. Ohne das alte Liedgut zu vergessen, wurde sich auch neuzeitlichen Liedsätzen zugewandt. Dies zeigte sich nicht nur an Sängerfesten und Wertungssingen.

In einer Jahreshauptversammlung vom 16.01.1988 wurde durch Satzungsänderung das Beerdigungssingen neu geregelt, da es immer schwieriger wurde, an den Wochentagen genügend Sänger zu finden. So wurde das Beerdigungssingen eingestellt, außer an Samstagen und Sonntagen. An den Wochentagen wird eine Fahnenabordnung die Mitglieder zur letzten Ruhe geleiten und dort als letzter Gruß ein Kranz niedergelegt. Für die an den Werktagen stattfindenden Beerdigungen findet am darauf folgenden Sonntag auf Wunsch in den Kirchen in Ermreuth oder Rödlas die letzte Ehre in Form von Singen statt. Diese Satzungsänderung wurde nach harten Diskussionen von der Versammlung angenommen und übernommen. Weiterhin wurde beschlossen, das 125-jährige Vereinsjubiläum in größerem Rahmen im Frühjahr 1989 zu feiern.

Nach dem Vereinslokalwechsel vom Gasthaus Reiser nach 65 Jahren ins neue Vereinslokal Ossmann fand dort am 11.05.1988 die erste Vorstandsitzung statt.
Nach einigen Jahren der Ruhe wurde am 27. August 1988 wieder eine Sau geschlachtet und das Saugrillen neu belebt. Erstmal wurde diese Veranstaltung im Jahr 1974 ins Leben gerufen und fand mit der 17. Sau 1996 ein Ende. Es war immer eine erfolgreiche Sache und eine Belebung des Dorflebens und der Vereinskasse.

Bei der Versammlung am 14.01.1989 musste nach 14 Jahren unser 1. Vorstand Hans Thummet wegen gesundheitlicher Probleme sein Amt niederlegen. Dies traf den Verein umso härter, da im Mai das 125-jährige Gründungsfest anstand. Mit Gerhard Thummet, unserem langjährigen Kassier, konnte dann doch recht schnell ein geeigneter Nachfolger gefunden werden.

v.l.n.r. 1. Vorstand Gerhard Thummet, Ehrenvorstand Hans Thummet, 2. Vorstand Hans Potzner, Ehrenvorstand Rudolf Wanitschka, aufgenommen beim 125-jährigen Jubiläum 

Eines der größten Ereignisse in der Vereinsgeschichte begann am 04. Mai 1989 mit dem Festkommers zum 125-jährigen Vereinsjubiläum. Bereits um 10 Uhr ging es mit einem politischen Frühschoppen los. Festredner war Herr Karl Theiler, Kreisrat und 1. Bürgermeister von Ebermannstadt, der diesen Frühschoppen auch noch mit fränkischen Mundartgedichten umrahmte. Der Posaunenchor Ermreuth sorgte für die musikalische Unterhaltung. Am Nachmittag war Zeltbetrieb bei Kaffee und Kuchen.

Um 19:30 Uhr dann Bieranstich durch den Schirmherren, 1. Bürgermeister Alfred Derfuß. Nach mehreren Musikstücken des Posaunenchors eröffnete der Jubelchor gemeinsam mit dem Patenverein "Sängerbund" unter Stabführung von Herrn Chorleiter Christian Zenker den Festabend. Im Anschluss daran begrüßte der 1. Vorstand Gerhard Thummet die zahlreichen Gäste und Ehrengäste. Es folgten Grußworte durch Herrn Reinhold Michel, Vorsitzender des Sängerkreises Erlangen/Forchheim und durch Otto Rehm, Vorsitzender der Sängergruppe Oberland.

Als ältestes Mitglied mit 69-jähriger Mitgliedschaft wurde Christian Oßmann (Froler) geehrt. Für 60 Jahre im Verein wurde Johann Thummet (Westlers Johann) ebenso eine Sonderehrung zu teil. Zu Ehrenvorsitzenden wurden Georg Wölfel (Schmie), Rudolf Wanitschka und Hans Thummet (Wogners Hans) ernannt.

Die Liedvorträge der Gastvereine aus Kunreuth und Großenbuch, sowie die musikalische Unterhaltung durch die Brandbachtaler StubenSänger gefielen dem Publikum sehr. Den Abschluss bildete der Vortrag unserer Vereinschronik durch die Ehrendamen Eva Wagner und Christine Kroder.

Am 05.05.1989 dann ein großer bunter Abend mit den aus Funk und Fernsehen bekannten "Kaiserlich-Böhmischen" und dem "Moldau Mäderl". Mit lustigen und witzigen Einlagen sorgte der bekannte Humorist "Bernd Händel" als Conferencier für gute Stimmung.

Der Samstagabend (06.05.1989) gehörte dann der tanzbeinschwingenden Jugend, jedoch kam auch das Mittelalter und die ältere Generation mit der Stimmungskapelle "Dominos" auf ihre Kosten. Leider war das Wetter an diesem Tag regnerisch und kalt, so dass dieser Abend sehr schlecht besucht war.

Am Sonntag, dem Haupttag, fand der Weckruf bereits um 07:00 Uhr durch den Posaunenchor statt. Um 09:00 Uhr Festgottesdienst in der Kirche durch Pfarrer Ernst. Anschließend Totenehrung umrahmt mit einigen Liedern. Es folgte eine kurze Ansprache des 1. Vorstands. Zum Abschluss trug Eva Wagner ein Gedicht vor.

Anschließend Marsch aller Ortsvereine zum Festplatz mit Frühschoppen. Um 13:00 Uhr nahmen die vorher eingeteilten Vereine Aufstellung vor 4 Mittelpunkten des Ortes und veranstalteten ein Platzsingen. 13:30 Uhr Eintreffen der Vereine und Aufstellung zum Festzug. Der Einladung waren 52 Vereine gefolgt, davon 38 Gesangvereine.

Um 14 Uhr begann bei herrlichem Sonnenschein der Festzug. Im Voraus 6 Reiter vom Reitstall Rödlas, danach die Ehrendamen, angeführt von Norbert Beierlein. Es folgten die Ehrenmitglieder Christian Oßmann, Johann Thummet, Hans Heid, Georg Wölfel und Hans Kroder im offenen Wagen.

Festzug, mit Ehrendamenführer Norbert Beierlein

Die Ehrengäste wurden angeführt durch dem Schirmherren Bürgermeister Derfuß, und Willi Trautner, Pfarrer Ernst und verschiedenen Gemeinderäten. Musikalisch umrahmt wurde der Zug von 4 Blaskapellen. Der ganze Ort war mit Leben gefüllt. Im übervollen Festzelt begrüßte 1. Vorstand Gerhard Thummet die zahlreichen Gastvereine. Der Stellvertretene Landrat Schmid überbrachte die Glückwünsche des Landkreises Forchheim. Nach Verteilung der Erinnerungsgeschenke unterhielt die Weingartser Blasmusik bis zum Festausklang.

Gruppenfoto mit Ehrendamen, 1989

Bei der Herbstversammlung am 08.10.89 der Sängergruppe Oberland im Gasthaus Strehl in Walkersbrunn wurde unserem Verein die Zusage erteilt, das Gruppensingen auszurichten.

Es fand dann am 11.11.1989 in der 3-fach-Turnhalle in Neunkirchen statt. Eröffnet wurde dieses Konzert durch ein Musikstück von Frau Leyk (Violine), Frau Reck (Klavier) und Herrn Leyk (Flöte). Danach erfolgte eine kurze Ansprache unserer Gruppenchorleiterin Irmgard Reck. 1. Vorstand Gerhard Thummet begrüßte 11 Chöre, welche anschließend Kostproben ihres Könnens gaben. Einen ganz besonderen Anklang fand der erste öffentliche Auftritt des Kinder- und Jugendchores der Volkshochschule Gräfenberg. Dieser Abend war für den Verein ein voller Erfolg. Im Anschluss bedankte sich der Schirmherr Bürgermeister Derfuß für die gute Organisation und Begeisterung der anwesenden Chöre.

An der Jahreshauptversammlung im Januar 1990 wurde die Filmvorführung unseres damaligen Kassiers Horst Bildl zum 125-jährigen Vereinsjubiläum mit großem Interesse verfolgt. Anlässlich der 100-Jahrfeier des Krieger- und Soldatenvereins Ermreuth/Rödlas im Mai 1990 sangen wir beim Festkommers.

Am Pfingstmontag 1990 trafen sich Mitglieder mit ihren Frauen zu einer Sternwanderung der Sängergruppe Oberland in Dachstadt. Im Vereinslokal des dortigen Gesangvereins wurden alle vom Gruppenvorsitzenden Herrn Rehm aus Dormitz willkommen geheißen. Danach gab es einen regen Kontaktaustausch. Im September 1990 fand das 10. Saugrillen wie gewohnt auf dem Grillplatz der Biewiese neben dem alten Schulhaus statt. Leider regnete es wie aus Kübeln, so dass diese Veranstaltung doch etwas schlecht besucht war. Am 03.10.1990 gedachten wir durch unseren Auftritt in der Kirche dem "Tag der Wiedervereinigung der beiden Deutschen Staaten". Im Jahr 1990 gab es gleich 12 Neuaufnahmen, soviel wie noch nie in unserer Vereinsgeschichte.

Am 03. Mai 1991 feierte unser 1. Bürgermeister Alfred Derfuß seinen 60. Geburtstag. Unsere Vorstände Gerhard und Hans Thummet nahmen die Einladung an und überbrachten die besten Wünsche des Vereins sowie ein kleines Geschenk.

Nach langen Jahren gab es wieder einen Vereinsausflug. Er führte nach Weimar in Thüringen. Nach dem Fall der Mauer war es für viele Vereinsmitglieder der erste Besuch in der einstigen DDR. Mit zwei Bussen ging es über Coburg durch den Thüringer Wald nach Weimar. In der Goethe- und Schillerstadt wurden uns unter sachkundiger Führung sämtliche Sehenswürdigkeiten erklärt.

Anschließend war ein Besuch der Wartburg angesagt. Bei dichtem Gedränge und Führungen im 15-Minuten-Takt schob sich der Besucherstrom durch die originalgetreue Martin-Luther-Stube. Über Eisenach und Coburg führte der Weg zurück nach Ermreuth.

Wie immer fand im Juni die Sonnwendfeier am bewährten Platz der Hammerand-Halle auf dem "Hetzleser Berg" statt. Auch kamen wieder zahlreiche Gäste aus nach und fern. Zwei Zelte wurden aufgestellt und für Essen und Trinken war reichlich gesorgt. Der Posaunenchor spielte zur Unterhaltung. Doch bereits am Anfang der Veranstaltung zog ein starkes Gewitter auf. Überstürzt mussten die beiden Vereinsvorstände das Feuer entzünden. Nach kurzer Zeit erfasst ein gewaltiger Sturm die Feier, so dass viele Gäste fluchtartig das Weite suchten. Einige Unverdrossene hielten doch noch bis spät in den Abend aus.

Am Vorabend des Buß- und Bettages, dem 19.11.1991 verstarb plötzlich und völlig unerwartet unser Ortspfarrer Herr Herrmann Ernst mit 61 Jahren an Herzversagen. Vorstand Gerhard Thummet telefonierte noch kurz vor seinem Tod mit ihm und sprach den Termin für das Weihnachtssingen ab.

Mit Jürgen Pospischil wurde erstmals in der Vereinsgeschichte die 100-Marke erreicht.

Bei der 1. Vorstandssitzung am 17.01.1992 wurde der Vorschlag von Chorleiter Christian Zenker, der Verein solle sich ein Klavier anschaffen, heiß diskutiert. Dies bringe ihm große Vorteile für die Ausbildung der Sänger und bereichere die Übungsstunden. Der Patenverein "Sängerbund" erwarb vor kurzem ein Klavier. Bei einem Kaufpreis ab 4000├é DM gäbe es einen Zuschuss von 20%. Da sich unsere elektronische Orgel noch in einem guten Zustand befand und Herr Zenker sie nur zum Anspielen der Lieder benötigte, wurde diese teure Anschaffung abgelehnt.

Am 04.04.1992 feierte die FFW Ermreuth ihr 120-jähriges Bestehen. Wir sangen am Ehrenmal und anschließend am Kommersabend im Saal des Gasthauses Ederer. Erstmals zur Sonnwendfeier wurde ein größeres Zelt der Brauerei Weißenohe aufgestellt.

Ein weiterer Höhepunkt war der Vereinsausflug ins "Fränkische Seenland". Unter sachkundiger Führung bekamen wir einen Einblick über die Größe der noch zu überflutenden Gebiete. Danach fuhren wir in die Bierstadt Spalt. Nach einer Stadt- mit anschließender Brauereibesichtigung traf man sich in einer gemütlichen Wirtschaft zum Bierseminar.

Am 05.12.1992 fand erstmals ein Karpfenessen statt. Die Idee unseres Schatzmeisters, Horst Bildl, wurde zu einem vollen Erfolg. Alle Fische wurden verkauft. Der Dank galt hier unseren Vereinswirten, die die Einrichtungen kostenlos zur Verfügung stellten. Die Karpfen schmeckten vorzüglich. Dafür sorgte in erster Linie unsere "Northarts Anna" durch die köstliche Zubereitung. Die Weihnachtsfeier wurde durch das bekannte Geschwisterpaar Kern mit schönen fränkischen Weihnachtsliedern musikalisch ausgeschmückt.